Bronze bei deutscher Meisterschaft und 14 Siege in Marbach

Was für ein Herbst! Die hervorragenden Leistungen der Friedrichshafener Ruderer gehen weiter: Bei der Regatta in Marbach holten die Häfler 14 Siege, eine Woche später erkämpften sich Leonie Heimpel und Lena Wypyrsczyk bei der Deutschen Sprintmeisterschaft in Wiesbaden eine Bronzemedaille. Im Juniorinnen-Doppelzweier A sind die beiden derzeit nicht zu stoppen. In Marbach holten sie zwei Siege und stimmten sich so auf die Deutsche Sprintmeisterschaft eine Woche später in Wiesbaden ein. Auch im Frauen-Doppelzweier B holten die Ruderinnen sich an beiden Renntagen jeweils Platz eins. Die perfekte Einstimmung also auf die Rennen in Wiesbaden.

Die deutsche Sprintmeisterschaft fand im Schiersteiner Hafen am Rhein statt und wurde vom Ruderclub Wiesbaden ausgerichtet. 12 Mannschaften waren gemeldet für den Juniorinnen-A-Doppelzweier. Als Vorlauf-Zweite konnten sich Lena Wypyrsczyk und Leonie Heimpel am Samstag direkt fürs Halbfinale qualifizieren und mussten nicht in den Hoffnungslauf. Das Halbfinale gewannen sie, die Finalteilnahme war gesichert. In einem packenden Finale lieferten sich alle Boote einen harten Bord-an-Bord-Kampf.

Mit einer hervorragenden Mannschaftsleistung hatte sich das Boot des Rudervereins Friedrichshafen für den Endspurt eine gute Position errudert. Nur ein Boot aus Waltrop hatte nach der ersten Streckenhälfte leichte Vorteile und war etwa zwei Meter in Führung. Im Kampf um die Medaillen gaben Wypyrsczyk und Heimpel bis zum letzten Schlag alles und steigerten mit sauberer Wasserarbeit die sehr hohe Schlagzahl noch einmal. Im Fotofinish waren es im Ziel gerade mal zwei Hundertstelsekunden Abstand zur Silbermedaille, die an den RV Waltrop ging. Gold holte sich ebenfalls der RV Waltrop mit zwei Zehntelsekunden Vorsprung vor dem Ruderverein Friedrichshafen. Die Sprintstärke der Häflerinnen ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass im erstplatzierten Boot eine Ruderin und im viertplatzierten Boot zwei Ruderinnen saßen, die dieses Jahr in Rio de Janeiro Junioren-Weltmeisterinnen geworden sind. Die beiden Sportlerinnen und ihr Trainer Thomas Weiler freuen sich riesig über die Bronzemedaille: „Das ist ein toller Erfolg, dafür hat sich das harte Training gelohnt“, sagt Weiler.

Julia Hueber setzte auch in Marbach ihre Siegesserie fort: Inzwischen ist sie im sechsten Rennen im Mädchen-Einer 14 Jahre ungeschlagen. In Marbach legte sie zweimal am Siegersteg an. Dasselbe gilt für den Doppelzweier mit Julia Hueber und Maria Melino: Wie schon an den Rennwochenenden zuvor holten sich die beiden auch in Marbach zwei Siege. Seinen ersten Sieg im Leichtgewichts-Einer Jungen 14 Jahre holte Oliver Kling – entsprechend groß war die Freude. Conrad Paulus gewann sein Rennen im „schweren“ Einer Jungen 14 Jahre. Bei Lena Wypyrsczyk lief es im Leichtgewichts-Einer der A-Juniorinnen bestens, auch hier hieß es zweimal Platz eins. Einen weiteren Sieg holte sie mit ihrer Partnerin Jo-Ann Feimer aus Lauffen im Leichtgewichts-Doppelzweier der Juniorinnen A. Im Mixed-Doppelzweier A ließen Leonie Heimpel und Sebastian Knoll die Konkurrenz hinter sich.

Auch über die ersten Plätze hinaus zeigten die Häfler in Marbach gute Leistungen – so holten sie in 33 Rennen allein zehn zweite Plätze. Lediglich in zwei Rennen konnten die Ruderer nicht unter den ersten Drei landen. Ein recht frisches Duo bilden Nicolas Rudert und Pascal Hagenlocher im Junioren-Doppelzweier A. Pascal ist ein Jahr jünger als sein Doppelpartner. Ein zweiter und ein dritter Platz in Marbach zeigen allerdings, dass dieses Experiment in die richtige Richtung gehen könnte, wie Trainer Rolf Kolb bilanziert.


RVF Marbach: Die erfolgreiche Mannschaft der Regatta in Marbach (von links): Conrad Paulus, Sebastian Knoll, Leonie Heimpel, Lorenz Maurer, Lena Wypyrsczyk, Pascal Hagenlocher, Maria Melino, Nicolas Rudert, Oliver Kling und Oscar Paulus. Bild: RVF/Kolb

RVF Wiesbaden: Leonie Heimpel (rechts) Lena Wypyrsczyk (Zweite von rechts) bei der Siegerehrung der Deutschen Sprintmeisterschaft. Bild: RVF/Weile

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