101. RVF-Jahr wird sicher nicht langweilig

Das 101. Jahr in der Historie eines Vereins ist immer ein spezielles. Da liegt ein Jahr voller Feierlichkeiten, Gratulationen, Schriftstücke, Urkunden und jeder Menge Besonderem hinter einem. Und nun? Kann's denn noch besser werden? Zum Start in sein 101. Jahr hat der Ruderverein Friedrichshafen am Freitagabend zur Hauptversammlung eingeladen. Langweilig wird das 101. Jahr – auch im Vergleich zum 100. Jahr – mitnichten. Denn der Kalender ist voll, viele Aufgaben wollen erledigt werden, Feste gefeiert, vor allem aber viele Kilometer gerudert und viele Rennen gefahren werden.

Doch natürlich galt es zunächst, einen kurzen Blick aufs Jahr 2012 zu werfen. Und so ein Jubiläums-Jahresrückblick kann sich freilich sehen lassen: Das ganze Jahr hin arbeiteten schier unzählige Mitglieder auf das Datum 17. November 2012 hin – da wurde der Geburtstag gebührend mit einer Gala im Graf-Zeppelin-Haus gefeiert.

Rund um den 100. Vereinsgeburtstag gab es viel Arbeit zu bewältigen und gesamte Jahr war vom 100er geprägt – sollte es doch als besonderes Jahr in die Annalen des RVF eingehen. Vor lauter Jubiläums-Vorbereitungen blieben offenbar die geruderten Kilometer 2012 buchstäblich auf der Strecke. Hier gab es einen deutlichen Einbruch, berichtete Rupert J. Baur, Vorsitzender des RVF, beim Blick in die Statistik. Rund 1000 Fahrten weniger wurden ins Fahrtenbuch eingetragen, etwa 10.000 Kilometer „fehlten“ in der Statistik. Als Grund machte Baur am Ende aber doch vor allem das Wetter aus.

Im Rennrudersport waren 2012 acht Athleten aktiv – fünf weibliche, drei männliche. In einem erfolgreichen Jahr aus rennruderischer Sicht gingen stolze 20 Siege allein aufs Konto von Andreas Ludescher. Bruder Moritz nahm stellvertretend für Andreas, der das Wochenende im Trainingslager in Breisach verbrachte, den Emil-Oltmanns-Preis für die beste Rennruder-Jahresleistung entgegen, übergeben von Trudl Oltmanns. Der stellvertretende RVF-Vorsitzende Lothar Kramer – zuständig für die Finanzen im Verein – präsentierte Zahlen rund ums Jubiläumsjahr. Über 51 Neueintritte 2012 freute er sich besonders – schließlich brächten die auch Geld in die Kasse, wie er augenzwinkernd meinte.Damit beläuft sich die Gesamtmitgliederzahl zum Jahresende 2012 auf stolze 462. Die Ausgaben in einem Jubiläumsjahr sind freilich nicht von Pappe – aber auch das schultert der Verein. Doch auch monetär Gutes brachte das 100. Jahr des Vereinsbestehens mit sich – zum Beispiel ein erfreuliches Spendenaufkommen, das die Finanzierung des Jubiläumsjahres auf sichere Beine gestellt hat. Herzlichen Dank an alle Freunde und Gönner des Rudervereins. Trotz aller Ausgaben konnte sich der Kontostand des Vereins zum Jahresende also durchaus sehen lassen.

Für das Ressort Leistungssport blickte Rupert W. Baur auf eine turbulente Phase Anfang 2012 zurück. Nach dem Weggang von Trainer Hansjörg Meier stand der Verein quasi ohne Betreuer für die Rennruder-Jugend da. Schnell ergab sich dann aber eine Lösung – und ein echter Glücksfall für den RVF: Thomas Weiler, schon lange Zeit Mitglied und früher selbst Rennruderer, erklärte sich spontan bereit, sich im Training mit einzubringen. Auch von befreundeten Vereinen rund um den See gab es große Unterstützung, wofür sich Rupert W. Baur noch mal bedankte – besonders die Trainer aus Überlingen und Radolfzell engagierten sich sehr, um die jungen Athleten aus Friedrichshafen mitzubetreuen. Thomas Weiler übernahm die Juniorinnen B im Frühjahr, Andreas und Moritz Ludescher kamen unter die Fittiche der Trainer Klaus Weber vom Ruderverein Undine Radolfzell und Bernd Kuhn vom Überlinger Ruderclub Bodan. Und so holten alle Rennruderer 2012 Siege für den RVF: Andreas Ludescher, Moritz Ludescher, Kristof Botka (trainiert von Theo Bauner), Anna de Bruijn, Leonie Heimpel, Rebecca Grün und Lena Wypyrsczyk. Vor allem gegen Ende der Saison drehten alle noch mal so richtig auf. Viele neue Ruderer werden derzeit ausgebildet – das Rennruder-Team dürfte also bald wachsen.

Dass auch der „Rest“ des Vereins nicht auf der faulen Haut liegt, berichtete Gabriele Welz, zuständig fürs Ressort Ökonomie. Auch in diesem Bereich wurden wieder – Jubiläum hin, Jubiläum her – viele hundert Arbeitsstunden von Mitgliedern erbracht. In Sachen Haus, Hof und Bewirtung gibt es immer was zu tun. Der Vorstand wurde schließlich einstimmig entlastet. Und Kassenprüfer Uli Ahner übernahm spontan neben der Entlastung noch die Aufgabe, dem Vorstand für all die Arbeit und Organisation rund ums Jubiläum zu danken. Und abgesehen von geruderten Kilometern und gewonnenen Medaillen wird sich im RVF sicher der eine oder andere freuen, wenn 2013 ein etwas ruhigeres Jahr wird. 100 wird man – Gott sei Dank – bekanntlich nur einmal.

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