Eigentlich sollte diese Wanderfahrt schon im vergangenen Jahr stattfinden. Aufgrund zu hoher Wellen musste diese Tour abgebrochen werden. Die Wiederholung wurde jetzt sehr kurzfristig an Pfingsten
ausgeschrieben und es gab leider nur drei Meldungen.

Die erste Etappe früh morgens führte uns entlang des Ufers nach Langenargen, wo wir bei der
Bäckerei Metzler ein gemütliches Frühstück einlegten. Gut gestärkt ging es anschließend hinaus auf
den See zur großen Seequerung Richtung alter Rheinmündung. Das Wetter zeigte sich von seiner
besten Seite und der Bodensee präsentierte sich ruhig und weit.
Wir waren fast allein auf dem See. Nach der Querung erreichten wir den Alten Rhein und ruderten flussaufwärts auf der Grenze zwischen Österreich und der Schweiz durch eine beeindruckende Naturlandschaft. Zwischen Schilf, Bäumen und ruhigem Wasser bot dieser Abschnitt eine ganz besondere Atmosphäre und einen reizvollen Kontrast zur offenen Weite des Sees.
Bei Rheineck wurde gewendet und flussabwärts ging es weiter durch die Rorschacher Bucht bis zum Seeclub Rorschach. Dort wurden wir herzlich empfangen und konnten in der historischen Bootshalle übernachten. Unser Nachtlager bestand aus gemütlichen Sportmatten im Dachgeschoss – einfach, aber mit ganz besonderem Charme.
Vor allem die freundliche Aufnahme und die vielen interessanten Gespräche
mit den Ruderinnen und Ruderern des Clubs machten den Abend zu etwas Besonderem. In
geselliger Runde saßen wir noch lange zusammen.
Am Nachmittag hatten wir zuvor noch einen Spaziergang durch Rorschach
unternommen. Für das Abendessen und das Frühstück am nächsten Morgen kauften wir
ein: Nudeln mit Soße und Parmesan standen auf dem Speiseplan. Nach dem Einkauf gönnten wir
uns noch ein Heißgetränk vor dem alten Kornhaus direkt am See. Mit Blick auf das Wasser erfuhren
wir mehr über die Geschichte des Gebäudes, in dem über viele Jahrhunderte Getreide gelagert
wurde, das zuvor mit Schiffen wie der historischen Lädine aus Friedrichshafen (Buchhorn)
angeliefert worden war.
Die Tour zeigte eindrucksvoll, dass auch kleine Mannschaften große Erlebnisse haben können.
Zwischen Natur, sportlicher Herausforderung und herzlicher Gastfreundschaft wurde diese
kurzfristige Rudertour zu einer besonders schönen Erinnerung. Eine Wiederholung im nächsten Jahr
ist angedacht. Es waren insgesamt 59 Kilometer, wenn Anfänger mitkommen, würde man die
Umwege weglassen. Die Gesamtkosten lagen dank der kostengünstigen Übernachtung und des
günstigen Essens bei nur ca. 30 € pro Person.
Text und Bild: Michael Brugger