Trauer um Manfred Welz

Freuen sich über die vielen Erfolge in Breisach (von links): Pascal Hagenlocher, Laszlo Neumann, Conrad Paulus, Oscar Paulus, Henri Hornung, Maria Melino, Nick Brindle, Leonie Heimpel, Lena Wypyrsczyk, Dominik Debinski und Sebastian Knoll.

Ein Ruderverein Friedrichshafen ohne Manfred Welz – das kann sich keiner, der ihn kannte, vorstellen. Welz verstarb am Donnerstag im Alter von 79 Jahren. Der RVF trauert um den Ehrenvorsitzenden, treuen Ruderer, guten Freund und unermüdlichen Ideengeber und -umsetzer. Wenn einer den Beinamen „Mister Ruderverein“ verdient hat, dann er.

Manfred Welz wurde 1951 Mitglied im Ruderverein. Sechs Jahre lang – von 1998 bis 2004 – war er Vorsitzender des Vereins, 2004 wurde er zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Als junger Sportler, mit 16 Jahren, war Welz zunächst als Steuermann gefragt – ein Leichtgewicht. Mit 18 Jahren dann startete er als Rennruderer durch. Während seiner Schlosserausbildung in der ZF und auch während des Studiums in Konstanz blieb Manfred Welz seinem Sport und dem Verein treu.

Er durchlief nach seiner Leistungssportler-Karriere alle Positionen im RVF vom Boots- und Materialwart, zum Trainer, Ausbilder und bis hin zum Vorstandsmitglied, wo er sich dem Breitensport widmete.

Von rund 500 Mitgliedern des RVF kannte wohl jeder und jede Einzelne „Manne“, den Ausbilder, Kümmerer, Helfer in allen Lagen. Denn am Bootshaus war er häufig anzutreffen, war er doch nicht nur Viel-Ruderer, sondern zum Beispiel auch „Bauleiter“ im Verein. Bei nahezu allen Baumaßnahmen am Bootshaus war er dabei – planend und anpackend. 1976 wurde Welz das erste Mal in den Vorstand gewählt. 1988 wählten ihn die Mitglieder zum stellvertretenden Vorsitzenden, damit war er für die Verwaltung und die Sachanlagen zuständig. Die Gesamtverantwortung für den Verein übernahm Manfred Welz 1998, als er zum Vorsitzenden gewählt wurde. 2009 erhielt er für seine Verdienste den Sport-Ehrenbrief der Stadt.

Wie vielen Sportlern hat er wohl über all die Jahre das Rudern beigebracht? Wie viele Fragen aus dem Verein und von außerhalb hat er beantwortet? Ein Ruderverein Friedrichshafen ohne Manfred Welz – das kann sich keiner vorstellen.

Rudern ist ein Sport fürs Leben“, sagte er einmal. Nach diesem Motto hat er gelebt. 2015 erhielt Welz den Äquatorpreis des Deutschen Ruderverbandes für 40.077 registrierte, geruderte Kilometer – einmal um den Äquator also. Tatsächlich gerudert ist Welz in seinem Leben sicher weit mehr, „Schwarzfahrkilometer“ nannte er das immer augenzwinkernd. Seine große Leidenschaft galt in den vergangenen Jahrzehnten dem Wanderrudern – zu lang wäre die Liste der Gewässer, die er errudert hat. Ebenso lang die Liste der Verdienste für den RVF. Manfred Welz stand für den gesunden Ausgleich zwischen Breiten- und Leistungssport. Über jedes Kind, jeden Jugendlichen und jeden Erwachsenen, den er für „seinen“ Rudersport begeistern konnte, freute er sich.

Ein Ruderverein Friedrichshafen ohne Manfred Welz – das kann sich keiner vorstellen. „Einen wie Manfred Welz kann man nicht ersetzen – nicht mal ansatzweise“, sagt Vorsitzender Manuel Strauch. Nachdem Manfred Welz den Vorsitz des RVF abgegeben hatte, sagte sein Nachfolger Rupert J. Baur – heute Ehrenvorsitzender – noch: „Jetzt ist er nicht mehr 'Mädchen für alles', sondern nur noch 'Mädchen für vieles'.“ Wie nah „vieles“ an „alles“ sein konnte, davon überzeugten sich wohl sämtliche Ruderer, viele Ansprechpartner bei Verbänden, Stadt und Land, bei Geschäftspartnern und Sponsoren in den vergangenen Jahren. Ein Ruderverein Friedrichshafen ohne Manfred Welz – das kann sich keiner vorstellen.

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