Auf dem Seerhein und am Schweizer Ufer

Unser herrliches Ruderrevier und das schöne Wetter in diesem Sommer waren Anlass, wieder einmal eine Jugendwanderfahrt auf dem Bodensee zu planen. Ein Wochenende mit Ziel Konstanz sollte für den Anfang auf das Programm. In den Sommerferien für die Daheimgebliebenen eine ideale Möglichkeit, Gemeinschaft, Sport, Natur und Spaß zu erleben.

Sechs Jugendliche und zwei Betreuer waren wir alsbald und planten, mit der „Sieben Schwaben“ unsere Ruderkollegen im schönen Konstanz zu besuchen. Nach vielen Wochen Sonnenschein dann aber ausgerechnet an diesem Wochenende eine nicht so gute Wettervorhersage mit Regen und Gewittern – also nichts für eine lange Rudertour.

Es gab nun zwei Möglichkeiten: Entweder die „Sieben Schwaben“ auf den Bootsanhänger laden, nach Konstanz fahren und je nach Wetterlage vor Ort zu rudern. Oder Boote aus dem Konstanzer Ruderverein ausleihen.

Wir riefen bei den Konstanzern an und fragten, ob es möglich wäre, einen Vierer und einen Zweier auszuleihen. Die Antwort war: Ja, das Klappt! Erfreut über diese Möglichkeit, stiegen wir am Samstag in unseren Vereinsbus und machten uns auf den Weg nach Konstanz. Hier wurden wir sehr gastfreundlich empfangen. Der Konstanzer Ruderverein schenkte uns das Vertrauen und stellte uns sämtliche Räumlichkeiten zur Verfügung.

Nach dem „Einchecken“ sollte die erste Tour losgehen. Wir wollten zuerst den Seerhein erkunden. Kaum wollten wir los, fing es allerdings kräftig an zu regnen. Wir warteten den Schauer ab und gingen dann aufs Wasser. Und drehten eine herrliche Runde im Ruderrevier der Konstanzer, den Rhein weiter runter.

Wieder an Land angekommen, ging es zum Einkaufen für das „Sonntagsfrühstück“. Im Anschluss kehrten wir im „Hans im Glück“ ein und genossen die schöne Abendatmosphäre in Konstanz.

Am Sonntag gab es mit Rührei und Speck das besagte „Sonntagsfrühstück“. Nachdem wir etwas Klarschiff gemacht hatten, wollten wir nun das Schweizer Seeufer erkunden. Als Ziel peilten wir einen schönen Strand an, an dem wir eine Badepause einlegen konnten.

Nach einer verkehrsfreien Heimfahrt kamen wir um 19.30 Uhr im heimischen Clubhaus an. Unsere wetterbedingt etwas abgespeckte Wanderfahrt war eine tolle Jugendaktion, die wir auf jeden Fall wiederholen möchten.

Vielen Dank an Gabi Schwab vom Ruderverein Neptun Konstanz, die uns die Übernachtung und die Nutzung der Boote ermöglicht hat. Ebenfalls vielen Dank an Pascal Hagenlocher, der  uns auf unserer ersten Rudertour in Konstanz das Ruderrevier zeigte. Wir haben uns sehr wohlgefühlt und kommen gerne wieder!

Bericht und Fotos: Oscar Paulus

Auf dem Seerhein und am Schweizer Ufer

Jugendausfahrt zur EM nach München

Eine EM vor der Haustür? Keine Frage für unsere Jugend, das muss man sich live anschauen. Der Jugendrat organisierte kurzerhand eine Ausfahrt zu diesem Event auf der Olympiastrecke in Oberschleißheim.  Auch wenn es hieß, dafür in den Ferien früh aufzustehen. Samstagmorgen pünktlich um 6:45 Uhr ging es mit dem Vereinsbus los.

Oscar Paulus berichtet:

„Nach einer Fahrt ohne Stau und viel Verkehr erreichten wir die Regattastrecke in Oberschleißheim. Der offizielle Parkplatz der EM war die Wiese des Bauern von nebenan. Völlig gespannt darauf, was uns erwartet, betraten wir das Regattagelände um 9 Uhr. Die Rennen waren schon im Gange und die Tribüne füllte sich nach und nach.

 Mit dieser Meisterschaft ergab sich für uns die Möglichkeit, berühmte Ruderer und Ruderinnen (und in gewisser Wiese auch Idole unserer Nachwuchs-Leistungssportler) wie Oliver Zeidler oder die Männer des Deutschland-Achters in Aktion zu sehen.

Nach vielen spannenden Rennen und den krönenden Abschluss das Achterfinale endete der Regattatag. Jedoch reichte uns das noch nicht aus. Wir wollten noch mehr sehen, wenn wir schon mal in München sind. Daher beschlossen wir, den Olympiapark zu besuchen. Es lag ein 45-minütiger Fußmarsch quer durch München vor uns, bei dem wir einmal durch das Olympiadorf liefen und die architektonische Bauweise bewunderten. Angekommen im Olympiapark, mussten wir erst einmal verschnaufen. Wir schauten uns das Gelände und die Stände an und beschlossen, den Rückweg mittels Öffis anzugehen. Ab Oberschleißheim ging es dann wieder mit dem Vereinsbus zurück ins heimische Bootshaus. Um 21.30 Uhr endete ein tolles Event, von dem wir viele Eindrücke mitnehmen.

Vielen Dank auch an Hans-Walter Baum, der uns mit zwei Tickets unterstütze.“

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Vereinsleben: Gut aufgestellt in die neue Saison

Uli Ahner (links) leitete die Vorstandswahl (Foto: Anja Stromberg)

Ein gut gefüllter Clubraum und damit klare Beschlussfähigkeit waren gute Voraussetzungen für eine rasche Abwicklung der umfangreichen Tagesordnung der Jahreshauptversammlung – standen doch nicht nur Vorstandswahlen an, sondern galt es auch, einen Teil der bisherigen Vorstandsmitglieder zu verabschieden.

Vorsitzender Ingo Schimmelpfennig begrüßte die Mitglieder und man gedachte zuerst der Verstorbenen Willy Helmer, Thomas Dietrich und Bob Eggleton.

Die Berichte der Vorstandsressorts Breitensport, Sachanlagen, Öffentlichkeitsordnung, Jugendarbeit, Ökonomie und Verwaltung waren den Mitgliedern bereits im Vorfeld zugestellt worden. Stefan Dormeyer zeigte im Finanzbericht die wirtschaftliche Situation des Jahres 2021 im Vergleich zu den Vorjahren auf und machte deutlich, dass ein spürbarer Rückgang der Mitgliederzahlen sowie der coronabedingte Ausfall von Einnahmen durch die Clubraumvermietung und Clubraumbewirtung ihre Spuren in der Kasse hinterlassen haben. Trotzdem sieht der Schatzmeister weiterhin eine sichere solide Basis für die Vereinsfinanzen. Im Kassenprüfbericht bestätigte Fabian Herrmann, per Video aus München zugeschaltet, Stefan Dormeyer eine gewissenhafte Buchführung und schlug die Entlastung des Finanzvorstands vor, die auch einstimmig erfolgte.

Neuigkeiten aus dem Leistungssport skizzierte Bernhard Strauch, der als Leistungssport-Koordinator im vergangenen Jahr den Bereich Rennrudern neu strukturiert hat. So gibt es Anfang Mai eine Nachwuchs-Werbeveranstaltung in Form des „Offenen Bootshaus“. Zu Beginn der Rudersaison sollen gezielt 12 / 13-jährige Jungen und Mädchen über die Schulen angesprochen werden, um nach einem Ruderkurs bereits im Herbst vielleicht auf den ersten Kinderregatten zu starten. Die Juniorenbereiche der 15 bis 18-Jährigen wurden ebenfalls nach Leistungsstand und Klassenzugehörigkeit neu geordnet. Als Trainer tätig sind Stefan Dormeyer und Oscar Paulus. Nach dem Rückzug von Thomas Weiler aus dem Traineramt übernimmt dessen Bereich nun kommissarisch Bernhard Strauch, bis hier eine tragfähige Lösung gefunden ist.

Nächster Tagesordnungspunkt war die Entlastung des Vorstands. Uli Ahner wickelte diese souverän ab und führte auch anschließend die Neuwahlen durch, die alle einstimmig erfolgten. Zuvor wurden aber noch die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Robert Welz, Holger Häffelin und Kati Cuko verabschiedet.

Ingo Schimmelpfennig dankte Ihnen für die teils langjährige Mitarbeit und besonders Robert Welz für seinen großen Einsatz für unser wertvolles Anwesen.

Ab jetzt gibt es eine Verkleinerung der Vorstandsteams, da zwar neue Mitarbeiter gewonnen werden konnten, nicht alle davon aber für die Vorstandschaft kandidieren wollten.

Vorgeschlagen und gewählt wurden Ingo Schimmelpfennig als Vorsitzender und Stefan Dormeyer als Stellv. Vorsitzender (Finanzen), beide nach § 26 BGB im Vereinsregister eingetragen. Ebenfalls für die Vorstandschaft kandidierte Thomas Weiler (Sachanlagen), Patrick Haas (Breitensport) und Gernot Rahn (Ökonomie). Laut Satzung ebenfalls im Vorstand vertreten ist der von der Vereinsjugend gewählte Vertreter. Diese hatte sich bereits in der Jugendversammlung für Jonathan Böhlen entschieden.

Unter der Vorstandsebene ist Bernhard Strauch für den Leistungssport zuständig (im Vorstand durch Ingo Schimmelpfennig vertreten). Für den Bereich Verwaltung gibt es die Bereitschaft von zwei Mitgliedern zur Mitarbeit. Hier werden nun Gespräche geführt, wie das Ressort gestaltet werden kann. Den Bereich Öffentlichkeitsarbeit übernimmt Silke Strauch-Hartmann als Querschnitts-Aufgabe für alle Ressorts.

Damit ist der RVF für die kommenden zwei Jahre bestens aufgestellt.

Bericht: Silke Strauch-Hartmann

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Volles Haus. . .

heißt es in unserer Bootshalle. Der Zugang der letzten Jahre an Breiten- und Rennsportbooten hat zu einer regelrechten Überfüllung geführt. Nachdem demnächst zwei neue Doppelzweier für den Nachwuchs-Rennsport unsere Flotte ergänzen werden, musste dafür Platz geschaffen werden – da passte es genau, daß der Ruderclub Danubius 1885 in Novi Sad (hier waren auch Häfler Wanderruderer auf der Donau-Tour schon zu Gast) für seinen Nachwuchs auf der Suche nach gebrauchten Booten war. Unser Überlinger Ruderkamerad Manni Braun stellte den Kontakt her und die Ruderfreunde in Serbien freuen sich nun über den Zugang von vier gespendeten „neuen“ gebrauchten Booten. Alle Boote wurden mit großer Förderung durch die Stadt Friedrichshafen und dem WLSB sowie Spenden unserer Gönner angeschafft und es ist ein Akt von sportlicher Fairness, diese Boote jetzt dorthin zu geben, wo sie noch gebraucht und genutzt werden können weil der Rudersport dort keine Förderung erhält.

Die Zweier „Emil Oltmanns“, „Martin Fränkel“, „Waldsee“ und der Einer „1“ traten die lange Reise an und sorgen nun dafür, daß auch der Nachwuchs dort seinen geliebten Rudersport ausführen kann.

„Alles hat ein Ende“ – die vier Boote sind aus den 1980-er Jahren und fanden bei uns keine Verwendung mehr – bis auf die „Waldsee“ und die Breitensportgruppe, die noch in der Waldsee gerudert ist, kann nun den Filippi-Doppelzweier „Württemberg“ nutzen, Ansprechpartner dafür ist unser Breitensport-Vorstand Patrick Haas, aber auch Stefan Dormeyer, Thomas Weiler und Bernhard Strauch können gerne von Interessenten angesprochen werden.

Einige kleine Umrüstungen müssen in der Bootshalle noch ausgeführt werden und dann freuen wir uns auf die kommenden Neuzugänge.

Die Überlinger Ruderkameraden, rechts Manni Braun, haben die Boote bei uns abgeholt und sorgen für den Transport nach Novi Sad
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Landesrudertag Baden-Württemberg 2021

Bernhard Strauch wiedergewählt.

Beim Rudertag des Landesruderverbandes Baden-Württemberg e.V. wurde Bernhard Strauch erneut zum stellvertretenden Vorsitzenden Finanzen gewählt. Er bekleidet das Amt seit nunmehr 4 Jahren. Infolge von Corona wurde die Mitgliederversammlung als Hybrid-Veranstaltung durchgeführt. Der Vorstand war vor Ort im Haus des Sports in Stuttgart anwesend und 32 der 39 Rudervereine im Ländle waren per Video zugeschaltet.

Wichtigste Punkte der Tagesordnung waren neben den Tätigkeitsberichten der Vorstandsmitglieder die Verabschiedung einer neuen Satzung sowie die Neuwahl des Vorstandes.

In den sechsköpfigen Vorstand wurden jeweils einstimmig gewählt:

Vorsitzende Heike Breitenbücher (Marbach), Finanzen Bernhard Strauch (Friedrichshafen), Leistungssport Christian Knab (Mannheim), Breitensport Wolfdietrich Jacobs (Karlsruhe), Verwaltung Michael Schatzinger (Tübingen) und Lehrgangswesen Dr. Wolfgang Fritsch (Radolfzell)

Bildunterzeile:
Von oben links: Michael Schatzinger, Stefan Weißling (Ruderjugend)
Wolfgang Fritsch, Bernhard Strauch, Wolfdietrich Jacobs, Christian Knab,
Bernd Kuhn (Ehrenvorsitzender) und Heike Breitenbücher.
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Ab 2. November stellt Ruderverein Betrieb ein

Bund und Länder haben am 28. Oktober erneut weitreichende Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie beschlossen. Dazu gehört, dass der Amateur- und Freizeitsport bis Ende November 2020 wieder einzustellen ist.

Liebe Vereinsmitglieder,

aufgrund des Regierungsbeschlusses müssen wir effektiv ab dem
30. Oktober 2020 das Mannschaftsrudern auf maximal zwei Haushalte beschränken. Ab dem 2. November 2020 müssen wir dann ALLE Aktivitäten im Ruderverein komplett einstellen. Diese Massnahme gilt zunächst befristet bis zum 30. November 2020.

Sie beinhaltet neben allen sportlichen Aktivität (Rudern auf dem Wasser, Ergo-, Kraftraum, Hallentraining oder gemeinsame Laufaktivitäten und ähnliches…)  auch alle anderen Ankündigungen (Putzete, Clubraum oder ähnliches). Ähnlich wie im März/April diesen Jahres werden wir leider alle Zugänge wieder sperren müssen.

Die Vorstandssitzung am 12. November 2020 wird ebenfalls auf virtuell umgestellt. Weitere Ankündigungen dürft Ihr analog zu den Updates der Bundesregierung erwarten, also etwa zwischen dem 18. und 20.  November.

Ich hoffe, Ihr bleibt alle fit durch das, was ihr Zuhause noch unternehmen könnt. Bleibt gesund!

Ingo Schimmelpfennig

Für den RVF Vorstand

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Wiedersehen nach 30 Jahren

Herzliches Aufeinandertreffen, Freundschaft und prägende Erinnerungen

Stefan Dormeyer und Thomas Wagner ruderten viele Jahre für den RVF im Zweier ohne und waren bundesweit vorn dabei. 1990 schafften sie es nach 1989 erneut in das Junioren-Nationalteam. Gemeinsam mit Athleten aus Saarbrücken und Cochem starteten sie im Nationaltrikot auf der Junioren-WM in Frankreich im Vierer mit Steuermann. Nun, 30 Jahre später, traf sich die Mannschaft erstmals wieder. Stefan Dormeyer berichtet von diesem besonderen Wochenende bei uns am See und im Bootshaus:

1990, das Jahr der deutschen Wiedervereinigung, liegt nun schon 30 Jahre zurück. Genauso lange hat es gedauert, bis sich die komplette Mannschaft des Vierers mit Stm. der westdeutschen Nationalmannschaft der Junioren von 1990 am vergangenen Wochenende samt Trainer auf den Weg zum Bodensee gemacht hatten, um gemeinsam ins Boot zu steigen.

Von Links: Friedrich-Wilhelm Ulrich, Alexander Jacobi, Christian Wolff (Saarbrücken), Ingo Zucchet (Cochem),Thomas Wagner und  Stefan Dormeyer (beide RVF)      Bilder: privat

Rückblick 1990:

Der westdeutsche Vierer mit Stm. war in der Saison ungeschlagen, wurde deutlich Deutscher Jugendmeister in München. Das Trainingslager in Ratzeburg dauerte rund fünf Wochen und formte die Mannschaft nochmals bis ins kleinste Detail. So wurde der 4+hochgehandelt zur Junioren-Weltmeisterschaft nach Frankreich geschickt, um auf Medaillenjagd zu gehen. Die Vorlaufrennen zeigten diese Leistungsentwicklung.

Der Vierer im Halbfinallauf

„Wer die DDR schlägt, der hat eine Medaille sicher“, so die Trainer im westdeutschen Lager. Gesagt, getan: im Halbfinale wurde die Mannschaft aus Ostdeutschland im direkten Vergleich deutlich geschlagen, eine Medaille schien nun sicher.

Das Finale verlief jedoch anders. Durch eine Unachtsamkeit zwischen 1.250m und 1.500m der Deutschen zogen die Boote aus Rumänien, Italien und Großbritannien weg. Zu spät bemerkt, konnte das Boot mit den Häflern an Bord diesen Abstand trotz eines gewaltigen Schlussspurts nicht mehr aufholen. Mit etwas mehr als einer Viertel Länge Rückstand auf Großbritannien war für uns nur noch der undankbare vierte Platz drin.

Finalrennen: Zieleinlauf im Vierer mit Steuermann

Gegenwart 2020:

Eigentlich war geplant, dass sich die gesamte Juniorennationalmannschaft von 1990 in der Mitte der Republik trifft, doch Corona machte auch hier einen Strich durch die Rechnung. So wurde das Event auf das nächste Jahr verschoben. Unser Vierer jedoch ließ es sich nicht nehmen, den „Geist“ von damals im kleinen Rahmen hochleben zu lassen, und traf sich in Friedrichshafen.

Anreise aus Berlin, Koblenz, Saarbrücken und Davos am Freitagabend, um gemütlich in das Wochenende zu starten. Die Freude der Kameraden war beim ersten Wiedersehen nach drei Jahrzehnten deutlich in die Gesichter geschrieben. Lange noch saß man an diesem milden Septemberabend am Lagerfeuer.

Samstag in der Früh wurde uns das Training wie in alten Zeiten vom „Fritz“ (Friedrich -Wilhelm Ulrich; 2-facher Olympiasieger und mehrfacher 8+ Weltmeister der DDR) vorgegeben, der uns 1990 im Vierer trainierte. Fritz hatte damals ein Jahr zuvor noch die DDR-Auswahl in der gleichen Bootsgattung zur Goldmedaille gebracht, bevor er dann in den Westen flüchtete.

16 Km Ausdauertraining auf dem Wasser in der „Toskana“

„Männer, ich will einen harten Schubschlag sehen“, war die Vorgabe vom Fritz. Die Modellathleten von damals trugen wie einst im „Nationaldress“ die Riemen und das Boot zum Steg, legten eingespielt nach der Ansage des Steuermannes das Boot ins Wasser und legten ab. Wie vor dreißig Jahren klappte das Rudern auf Anhieb. Wie schön der See sein konnte, erlebte die Mannschaft und genoss die Rudereinheit zum „Stärrschorsch“ in Fischbach. Dort angekommen, das Boot sicher auf Polstern abgelegt, wurde ein Tisch bezogen und es gab die verdiente Erfrischung. Geschichten und Erinnerung aus der damaligen Zeit wurden erzählt und viel gelacht.

Damals: Wir hatten in der Tat einige großartige Erlebnisse in dieser Zeit, wie die Regatta in Brandenburg mit Trainingslager in Berlin. Gerade mal 18 Jahre alt waren wir. Volljährig erkundeten wir die künftige deutsche Hauptstadt in der trainingsfreien Zeit. Im Zuge der Wiedervereinigung auch den Ostteil der Stadt, was ein Jahr zuvor nicht denkbar gewesen wäre!

Int. Regatta Köln
Bord an Bord Wettkampf mit der „DDR“ Auswahl, es war quasi das Rennen der Rennen (Ost/West) und so schnell, dass die Zeiten schneller waren als die des 4- , beiden Mannschaften wollten der „anderen Seite“ zeigen, wer die bessere Mannschaft war.

Viele Trainingslager standen auf dem Programm: von Breisach über Dreisbach an der Saarschleife bis nach Ratzeburg, überall wurde an Technik und Kondition gefeilt, der Spaß durfte aber nicht fehlen.

Zurück in die Gegenwart

Die Zeit verging im Fluge, es musste ja noch zurückgerudert werden. Im Bootshaus angekommen, wurde auf „aktive Regeneration“ umgestellt, der Grill angezündet und entspannt.

Gemeinsam schauten wir dabei Bilder und Filmmaterial an, die eine oder andere Überraschung aus der Vergangenheit kam zum Vorschein.

So ging dieser Tag viel zu schnell zu Ende, am nächsten Morgen hieß es auch schon wieder Abschiednehmen voneinander und vom Bodensee.Einig war man sich, dass man dieses Event wiederholen möchte, am liebsten am schönen Bodensee, diesmal dann aber mit dem ganzen Juniorennationalteam von 1990.

Volleyball-Profis versuchen sich beim Rudern

Gar nicht so leicht, wie’s aussieht, oder? Leon Hoff und Matthias Wolsfeld (Zweier im Hintergrund) zeigten den Volleyballprofis „live“, wie Rudern geht. Bild: RVF

Am Mittwoch gab’s beim RVF eine Premiere: Zum ersten Mal stiegen Volleyballer der Erstliga-Mannschaft des VfB Friedrichshafen bei uns ins Ruderboot – und stellten sich wirklich passabel an. Der RVF ist der Anfrage der Häfler Sportskollegen gern nachgekommen.

Volleyballer rudern? Mit den Armen in der Luft sicher oft, aber so richtig auf dem Wasser? Warum nicht, dachte sich VfB-Cheftrainer Michael Warm, und fragte bei uns für ein „Probetraining“ der besonderen Art an. Für den RVF und ganz besonders für das junge Rennteam des Vereins waren die Sportprofis herzlich willkommen. 

Thomas Weiler hilft beim Einsteigen. Bild: RVF

Und so stand am Mittwochvormittag fast die gesamte Erstliga-Mannschaft samt Staff des VfB Friedrichshafen auf dem Hof des Traditionsvereins. „In diesem Jahr ist vieles anders als sonst und wir müssen noch mehr zusammenhalten. Teambuilding spielt für eine erfolgreiche Saison eine größere Rolle als viele denken“, nannte Michael Warm einen Grund für diesen besonderen Ausflug auf den Bodensee. Der zweite: Mit zwei Monaten ist die Vorbereitung für die nächste Volleyballsaison im „Oberhaus“ in diesem Jahr so lang wie noch nie. Da muss sich ein Trainer schon einiges einfallen lassen, damit seine Spieler nicht die Lust am Ballspielen verlieren, bevor der Ligabetrieb startet.

Das sieht doch schon recht gut aus! Bild: RVF

Mit ihrer Körpergröße, einer gut trainierten Muskulatur und Koordination haben Volleyballer gute Voraussetzungen fürs Rudern, auch wenn unsere Sportler im Boot mit Sicherheit mehr Ausdauer haben. Doch wie mit dem Ball braucht es auch im Mannschaftsboot technische Perfektion und ein eingespieltes Team, damit es gut läuft. Dass das einfacher aussieht als es sich mit den beiden rund drei Meter langen Skulls in den Händen im Boot umsetzen lässt, haben die Männer um Libero Markus Steuerwald dann recht schnell erkannt. Bis auf den Jüngsten im Team, Ben-Simon Bonin, der unterwegs zur Vorbereitung für die Junioren-EM in Italien war, stellten sich alle VfB-ler mit großer Ernsthaftigkeit, aber genauso viel Spaß dem ungewohnten Bewegungsablauf im anfangs wackligen Ruderboot. Nur Dejan Vincic wollte vorzeitig an Land. Die „Kippelei“ war ihm auf den Magen geschlagen. 

Gruppenfoto nach Abschluss der Trainingseinheit – unsere Rennruderer mittendrin. Bild: RVF

Nicht nur unsere Trainer Jan Strempel und Thomas Weiler begleiteten die Doppelvierer mit den Motorbooten auf dem Wasser. Unsere Nachwuchs-Elite war genauso am Start. Leonie Goller, Emma Neubauer Yara Köder und Nora Dormeyer tauschten für diese Trainingseinheit die Seiten und nahmen statt der Skulls in jedem Boot das Steuerruder in die Hand.

Thomas Weiler (links) begrüßt die VfB-Profis mit Chefcoach Micheal Warm (3. von rechts). Bild: RVF

„Die Mädels sind das unerschrocken angegangen und haben die großen Jungs in englischer Sprache unterwiesen“, so Thomas Weiler. Die Jungs der RVF-Rennmannschaft – Yannis Köder, Leon Hoff und Mathias Wolsfeld – begleiteten die Volleyballer im Rennboot und zeigten quasi im praktischen Anschauungsunterricht, wie Rudern so geht.

Schwimmwesten an, Skulls zum Steg bringen, Boote einsetzen – und dann ging’s in vier Doppelvierern los. Bild: RVF

Aufs Wasser gingen letztlich alle, sogar das Trainergespann Michael Warm und Thomas Ranner. Dass eine Körperlänge jenseits von zwei Metern im Gig-Boot aber das Ende der Fahnenstange ist, zeigte sich aber nicht nur bei Diagonalangreifer Lukas Maase, der an Land stolze 2,12 Meter misst. Obwohl alle Stemmbretter in weiser Voraussicht so weit wie möglich nach vorn gestellt waren, reichten nicht nur für seine langen Beine die Rollbahnlänge für den Rollsitz nicht mehr aus – von der Schuhhalterung im Boot ganz abgesehen. Dabei ist Schuhgröße 46 ja eigentlich kein Problem.

Dass eine Körperlänge jenseits von zwei Metern im Gig-Boot das Ende der Fahnenstange ist, zeigte sich aber nicht nur bei Diagonalangreifer Lukas Maase, der an Land stolze 2,12 Meter misst. Bild: RVF

Nach einer guten halben Stunde bekamen die Volleyballer in den Booten den gemeinsamen Rhythmus und eine gleichförmige Bewegung schon ganz gut hin. Als besonders talentiert zeigte sich der kubanische Mittelblocker David Fiel Rodriguez, der auf der Schlagposition in seinem Boot den Takt vorgab. Kein Wunder: Das war nicht sein erstes Rudertraining, gab er später zu. Er war auch nach der einstündigen Ausfahrt noch so gut bei Puste, dass er beim Abschluss-Meeting auf dem Hof noch eine fetzige Beatbox-Einlage zum Besten geben konnte. 

Auf die Art tragen wir die Skills sonst eigentlich nicht hoch:-). Bild: RVF

Nach gut zwei Stunden waren sich Ruderer und Volleyballer jedenfalls einig: „Das hat wirklich Spaß gemacht“, sagt RVF-Trainer Thomas Weiler. Einige vom VfB würden das gern wiederholen. Und weil es bei der Premiere so gut geklappt hat, hat der Ruderverein nun auch die Volleyball-Junioren zum Wassertraining eingeladen.

Rudern macht Spaß!

15 Jugendliche haben im RVF erfolgreich einen Ruderkurs absolviert. Bedingt durch die Corona-Pandemie konnte der erst im Juni starten. Spaß hat es offensichtlich gemacht, denn die meisten wollen dabei bleiben.

Einen Anfängerkurs in diesen Zeiten anzubieten, ist derzeit alles andere als einfach. Doch für junge Interessierte hat unser Trainer Thomas Weiler keine Mühe gescheut. Unter Beachtung aller Corona-Auflagen nahmen ab Juni 15 Jugendliche an diesem Kurs teil und lernten das Rudern.

Beim Abschlussgrillen auf dem Vereinsgelände. Bild: RVF

„Die meisten der jugendlichen Teilnehmer haben sich entschlossen, das Rudern für sich als Sportart zu wählen“, freut sich Thomas Weiler, nachdem der Kurs nun zu Ende geht. Beim Abschluss-Grillen auf dem Vereinsgelände ließ man die gemeinsamen Ausfahrten noch einmal Revue passieren.

Teilnehmer am Ruderkurs – hier coronabedingt auf Abstand. Bild: RVF

Der RVF freut sich über den „Nachwuchs“ in den eigenen Reihen!